Bild vom Wartebereich der schlafmedizinischen Ambulanz

Stationäre Diagnostik

Auf dieser Seite sind Informationen über stationäre Angebote zur Diagnostik von Schlafstörungen in unserem Schlaflabor dargestellt.

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Stationäre Untersuchung von Schlafstörungen

Die interdisziplinäre Schlafmedizin des Kompetenzzentrums Schlafmedizin der Klinik und Hochschulambulanz für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Benjamin Franklin setzt moderne diagnostische Methoden ein, sie hat darüber hinaus die Infrastruktur für methodische und instrumentelle Weiterentwicklungen sowie für die Durchführung klinischer Studien auf internationalem Standard. Derzeit können in bis zu vier Schlaflaboren umfangreiche polysomnographische Untersuchungen durchgeführt werden. Für Tagesvigilanzmessungen werden neben dem polysomnographischen Multiplen Schlaflatenztest (MSLT), dem Multiplen Wachbleibetest (MWT) verschiedene computergestützte Verfahren zur Aufmerksamkeitstestung sowie die Pupillometrie eingesetzt.

Vorbereitung der Untersuchungsnacht

Steht bei einer Schlafstörung die Erfassung der Schlafstruktur im Mittelpunkt des Interesses, müssen Patientinnen und Patienten mindestens in zwei aufeinander folgenden Nächten untersucht werden. Die erste Nacht dient in erster Linie der Gewöhnung an das Labor, kann aber bei Bedarf auch zur Auswertung bei spezifischen, selten vorkommenden Ereignissen in der Nacht herangezogen werden.

Am Abend der Ableitung werden die Messfühler (Elektroden, Atemgürtel, Atemfühler, ein kleines Mikrophon am Hals etc.) angelegt. Die Elektroden werden mit einem speziellen Kleber (Collodium) angebracht. Sie sind so gut befestigt, dass weitgehende Bewegungsfreiheit möglich ist. Am Morgen nach der zweiten Nacht sind sie wieder leicht zu lösen. Diese Untersuchung ist komplett schmerzfrei.

Nach dem Löschen des Lichtes kann die Nachtwache per Video immer sehen, ob im Schlafraum alles in Ordnung ist. Am Morgen gibt der Patient Urin zur Bestimmung von vigilanzbeeinflussenden Substanzen ab und wir führen eine Blutentnahme zur Bestimmung von Routine-Parametern durch (unter anderem Blutbild, Leber-, Nieren- und Schilddrüsenwerte, Gerinnungswerte). Die Patienten füllen vor und nach der Schlafuntersuchung zu beiden Nächten Fragebögen aus, in die sie Ereignisse des Tages, die Einschätzung der Tagesbefindlichkeit und des Schlafes eintragen. Die Nachtschlafableitung wird zusammen mit diesen Informationen interpretiert.

Patientenzimmer

In unserem Labor werden folgende Biosignale gleichzeitig aufgezeichnet:

  • Das Elektroenzephalogramm (EEG, Hirnstromkurve)
  • Das Elektrookulogramm (EOG, Augenbewegungen)
  • Das Elektromyogramm (EMG, Muskelaktivität) am Kinn und an beiden Beinen
  • Das Elektrokardiogramm (EKG, Herztätigkeit)
  • Der Atemfluss mit Fühlern (Thermistoren) an Nasenöffnungen und Mund
  • Die Atemanstrengung von Brust und Bauch mittels Atemgürtel
  • Die Sauerstoffsättigung mittels Pulsoximetrie (Clip an der Fingerbeere)
  • Das Schnarchen mittels eines Kehlkopf-Mikrofons
  • Die Körperkerntemperatur mittels eines biegsamen Thermometers (nur bei bestimmten Fragestellungen)

Schlafauswertung

Die Auswertung der aufgezeichneten Signale erfolgt nach dem aktuellen internationalen Standard (American Academy of Sleep Medicine).

Aus den aufgezeichneten Biosignalen wird zum einen ein Schlafprofil ermittelt, d.h. die Aufzeichnung wird in 30 sec Einheiten (Epochen) unterteilt und basierend auf dem EEG, dem EOG und dem EMG wird ein Schlafstadium zugeordnet. Dabei werden insgesamt vier Schlafstadien unterschieden: REM-Schlaf und NREM-Schlaf, wobei letzterer in drei Stadien untergliedert werden kann: N1 (Leichtschlaf), N2 und N3 (Tiefschlaf). Eine grafische Darstellung der zugewiesenen Stadien ergibt das Schlafprofil (siehe Beispielabbildungen). Daraus können Informationen zur Schlafqualität abgeleitet werden, u.a. die Zeit von "Licht aus" bis zum Einschlafen (Schlaflatenz), die Wachzeit während der Nacht, sowie die Verteilung und Dauer der einzelnen Schlafstadien. Darüber hinaus gibt es Informationen zu Häufigkeiten von Aufwachereignissen, Schlafstadienwechseln und sehr kurzen Beschleunigungen des EEGs (Arousal). Die weiteren aufgezeichneten Biosignalen geben u.a. Auskunft darüber, ob die Atmung im Schlaf gestört ist bzw. ob den Schlaf störende Bewegungen zu beobachten sind.

Bei unklarer Tagesmüdigkeit wird der Multiple Wachbleibetest (MWT) durchgeführt. In diesem werden die Elektroden am Morgen nicht gelöst. Die Patientinnen und Patienten werden am Tag zwischen 09:00 Uhr und 16:00 Uhr viermal gebeten, über einen Zeitraum von 40 min wachzubleiben, während sie mit einem Kissen im Rücken unterstützt im Bett sitzen.

Bei der Verdachtsdiagnose einer Narkolepsie wird zusätzlich ein Multipler Schlaflatenztest (MSLT) durchgeführt, der sich vom MWT dadurch unterscheidet, dass er insgesamt fünfmal durchgeführt wird (09:00 – 17.00 Uhr), und die Patientinnen und Patienten im Bett liegen während sie die Anweisung erhalten, zu versuchen, einzuschlafen.

Bei beiden Tests wird das EEG abgeleitet. Im MWT wird überprüft, ob die Patienten wachbleiben können. Falls nicht, wird die Zeit bis zum Einschlafen gemessen. Im MSLT wird ebenfalls die bis zum Einschlafen erhobenund es wird überprüft, ob innerhalb eines Zeitraums von 15 min nach Schlafbeginn REM-Schlaf auftritt.